CO2-Preis 2027: Warum sich energetische Sanierung jetzt noch mehr lohnt
Während die BEG-Förderung 2026 an mehreren Stellen sinkt, steigt gleichzeitig ein zweiter Kostenfaktor, den viele Eigentümer nicht auf dem Schirm haben: der CO2-Preis aufs Heizen. Ab 2027 drohen spürbar höhere Preise für Öl und Gas – unabhängig von jeder Förderpolitik. Wer jetzt saniert, sichert sich nicht nur die aktuell noch höheren Fördersätze, sondern schützt sich zusätzlich vor absehbar steigenden laufenden Heizkosten.
Was ist die CO2-Bepreisung – und was ändert sich 2027?
Seit einigen Jahren wird auf fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas ein CO2-Preis pro Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid erhoben. 2025 lag dieser fixe, staatlich festgelegte Preis bei 55 € pro Tonne. Für 2026 und 2027 gilt ein Übergangskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne, noch mit einer staatlichen Preisobergrenze. Ab 2028 wird der Preis nicht mehr politisch festgelegt, sondern durch den europäischen Emissionshandel ETS2 am Markt gebildet – also durch Angebot und Nachfrage. Prognosen gehen von 95 bis 210 € pro Tonne bis zum Jahr 2030 aus, langfristig bis 2045 werden teils 300 bis 355 € pro Tonne für möglich gehalten.
Was bedeutet das konkret für Ihre Heizkosten?
Bei einem Anstieg auf 65 € pro Tonne ergibt sich ein Aufschlag von etwa 1,6 bis 3,2 Cent pro Liter Heizöl beziehungsweise 0,11 bis 0,22 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Für ein Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von rund 20.000 kWh im Jahr bedeutet das:
- 2027 bei 65 €/t: rund 260 € CO2-Mehrkosten pro Jahr
- 2028 bei 100 €/t: rund 400 € pro Jahr
- 2030 bei 150 €/t: rund 600 € pro Jahr
Für unsanierte Altbauten mit schlechter Energieeffizienzklasse (G) und entsprechend hohem Verbrauch fallen die Mehrkosten deutlich höher aus – je nach Preisszenario zwischen 787 und 3.631 € zusätzlich pro Jahr. Der Unterschied zwischen einem sanierten und einem unsanierten Haus wird also nicht kleiner, sondern von Jahr zu Jahr größer.
Doppelter Effekt: sinkende Förderung, steigende Heizkosten
Wer eine Sanierung oder einen Heizungstausch vor sich herschiebt, zahlt gleich doppelt drauf. Zum einen sinkt die BEG-Grundförderung für den Heizungstausch zum ersten Quartal 2027 von 30 auf 15 Prozent, und der Klimageschwindigkeitsbonus reduziert sich alle sechs Monate um weitere 4 Prozentpunkte – Details dazu haben wir in unserem Beitrag zur BEG-Förderung 2026 zusammengefasst. Zum anderen steigen unabhängig davon die laufenden Heizkosten durch den CO2-Preis strukturell weiter an. Beide Effekte zusammen sprechen dafür, eine geplante Sanierung eher früher als später anzugehen.
Der Sanierungsfahrplan (iSFP): Ihr Fahrplan gegen steigende Kosten
Ein individueller Sanierungsfahrplan zeigt, in welcher Reihenfolge sich Sanierungsschritte an Ihrem Gebäude wirtschaftlich am meisten lohnen – abgestimmt auf Bausubstanz, Budget und die aktuelle Förderlandschaft. Ein weiterer Vorteil: Wer Maßnahmen entlang eines iSFP umsetzt, erhält bei vielen BEG-Einzelmaßnahmen einen zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten obendrauf. So lässt sich die eigene Sanierung strategisch planen, statt einzelne Maßnahmen unkoordiniert und teurer umzusetzen.
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