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Warum sind meine Heizkosten trotz Sanierung immer noch hoch?

Viele Eigentümerinnen und Eigentümer in Kerpen und im übrigen Rhein-Erft-Kreis lassen ihr Haus dämmen, neue Fenster einbauen oder das Dach sanieren – und wundern sich, dass die Heizkostenabrechnung im Folgejahr kaum niedriger ausfällt. In den allermeisten Fällen liegt das nicht an der Sanierungsmaßnahme selbst, sondern daran, dass die Heizungsanlage nicht an die neue Situation angepasst wurde. Die sechs häufigsten Ursachen – und was Sie konkret dagegen tun können – finden Sie im Folgenden.

Der hydraulische Abgleich fehlt

Die mit Abstand häufigste Ursache: Nach einer Sanierung verändert sich der Wärmebedarf einzelner Räume, Heizkörper und Rohrleitungen sind aber noch auf den alten Zustand eingestellt. Ohne hydraulischen Abgleich strömt zu viel warmes Wasser durch Heizkörper nahe an der Heizung und zu wenig durch weiter entfernte – die Anlage muss insgesamt mit höheren Vorlauftemperaturen laufen, damit auch die letzten Räume warm werden. Ein hydraulischer Abgleich (Verfahren B) kostet meist nur wenige hundert Euro, senkt die Heizkosten aber oft spürbar und wird zudem von BAFA und KfW gefördert.

Die Heizkurve ist falsch eingestellt

Die Heizkurve bestimmt, mit welcher Vorlauftemperatur die Heizung bei welcher Außentemperatur arbeitet. Wurde sie vor der Sanierung eingestellt und seitdem nie angepasst, läuft die Anlage danach häufig mit unnötig hohen Temperaturen weiter – das Haus wird zwar warm, aber mit deutlich mehr Energieeinsatz als nötig. Nach jeder energetischen Maßnahme lohnt sich eine Neueinstellung der Heizkurve, idealerweise im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs.

Einzelmaßnahme statt Gesamtkonzept

Wer nur die Fenster tauscht oder nur das Dach dämmt, saniert oft zuerst die Bauteile mit der geringsten Wirkung – oder erzeugt neue Probleme: Neue, dichte Fenster ohne angepasste Lüftung führen etwa zu höherer Luftfeuchtigkeit, was die gefühlte Temperatur senkt und zu stärkerem Heizen verleitet. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) legt die sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen fest, sodass jeder Schritt tatsächlich zur Kosteneinsparung beiträgt – und wird selbst mit bis zu 50 Prozent gefördert.

Wärmebrücken wurden übersehen

Auch nach einer Dämmung bleiben oft einzelne Wärmebrücken bestehen – etwa an Rollladenkästen, Balkonplatten oder Kellerdecken –, über die weiterhin überproportional viel Wärme entweicht. Diese Stellen fallen bei einer rein visuellen Begutachtung selten auf, lassen sich mit einer Thermografie-Aufnahme aber zuverlässig sichtbar machen.

Das eigene Nutzerverhalten

Nach einer Sanierung fühlt sich ein Haus oft spürbar wärmer an – viele Bewohnerinnen und Bewohner drehen die Heizung deshalb unbewusst höher als vorher, anstatt die Einsparung mitzunehmen. Auch häufigeres Stoßlüften bei laufender Heizung oder dauerhaft gekippte Fenster können einen Großteil der eingesparten Energie wieder zunichtemachen.

Die Heizungsanlage ist falsch dimensioniert

Eine Heizung, die für den unsanierten Zustand des Hauses ausgelegt wurde, ist nach der Sanierung meist deutlich überdimensioniert. Überdimensionierte Anlagen takten häufiger, laufen ineffizient im Teillastbetrieb und verschleißen schneller. Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 zeigt, welche Leistung Ihr Haus nach der Sanierung tatsächlich noch benötigt – eine wichtige Grundlage, bevor eine neue Heizung, etwa eine Wärmepumpe, ausgelegt wird.

Woran es bei Ihrem Haus konkret liegt

Ob hydraulischer Abgleich, Heizkurve oder Dimensionierung – welche Ursache bei Ihnen greift, lässt sich nur vor Ort zuverlässig klären. Mit einer Heizlastberechnung und einer individuellen Beratung finden wir gemeinsam heraus, wo bei Ihrem Haus noch Potenzial liegt.

Heizlastberechnung anfragen

Häufige Fragen

Wie schnell macht sich ein hydraulischer Abgleich bei den Heizkosten bemerkbar?

Die Einsparung ist meist bereits in der ersten vollen Heizperiode nach dem Abgleich in der Abrechnung sichtbar. Je nach Ausgangszustand der Anlage liegt sie häufig bei 10 bis 15 Prozent der Heizkosten.

Muss ich nach jeder Sanierungsmaßnahme die Heizung neu einstellen lassen?

Nicht nach jeder kleinen Maßnahme, aber immer dann, wenn sich der Wärmebedarf des Hauses spürbar ändert – etwa nach einer Dämmung der Fassade, des Dachs oder einem größeren Fenstertausch.

Woran erkenne ich, ob meine Heizung nach der Sanierung überdimensioniert ist?

Ein deutliches Anzeichen ist häufiges Takten, also kurzes An- und Abschalten der Heizung. Eine genaue Antwort liefert nur eine Heizlastberechnung, die den tatsächlichen Wärmebedarf nach der Sanierung ermittelt.

Lohnt sich eine Thermografie-Aufnahme, obwohl ich schon gedämmt habe?

Ja, gerade dann. Eine Thermografie zeigt gezielt die verbliebenen Schwachstellen wie Wärmebrücken, die bei der ursprünglichen Sanierung übersehen wurden oder baulich nur schwer zu vermeiden waren.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Je nach Anzahl der Heizkörper liegen die Kosten meist zwischen 400 und 900 Euro. Verfahren B wird zudem im Rahmen der BEG-Förderung bezuschusst.

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